École normale supérieure
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5 octobre-Histoire de l’art

Séminaire "Transferts culturels"

Programme complet en PDF, cliquez ici

Le séminaire s’efforce de suivre l’évolution des recherches sur les transferts culturels, notamment mais pas exclusivement ceux qui impliquent l’espace germanophone. Cette année seront abordés à partir d’exemples transnationaux des domaines ressortissant à l’histoire des sciences humaines : sciences de l’Antiquité, histoire des traductions, histoire de la musique et de l’enseignement philosophique, histoire transnationale du livre, de l’archéologie, de l’art, de la science des religions. Nous traiterons des cas de figures germano-russes, germano-grecs, germano-turcs, ou encore franco-germano-belges, dans une tentative de préciser les contours d’une historiographie culturelle transnationale.
Les séances ont lieu le vendredi matin de 9h30 à 12h30 à l’Ecole normale supérieure (29 et 45 rue d’Ulm ; attention ! la salle varie selon les séances, voir programme ci-dessous).
Le séminaire est ouvert à tous les étudiants, chercheurs et enseignants-chercheurs intéressés. Il valide 3 ECTS du Département d’histoire de l’ENS.
Contact : UMR 8547 Pays germaniques-Transferts culturels
michel.espagne@ens.fr, pascale.rabault@ens.fr, anne-marie.thiesse@ens.fr

5 octobre 2012– Histoire de l’art

(salle Beckett, 45 rue d’Ulm)

Beat Wismer (Directeur de la Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf) : von der italienischen zur spanischen Reise. Die Rezeption El Grecos und in der frühen deutschen Moderne

Seit Johann Joachim Winckelmann hatte die Italienleidenschaft die Disziplin Kunstgeschichte geprägt, was nicht nur in Goethes berühmte Italienische Reise mündete, sondern ganz allgemein für lange Zeit die Vorstellung von Kultur bestimmte. Erst 1910, knapp 100 Jahre nach Goethe, veröffentlichte der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe mit seiner Spanischen Reise ein beredtes Zeugnis eines Paradigmenwechsels : Spanien wurde zu einem alternativen Bezugspunkt.

Diese Entwicklung hatte 1872/73 mit der Spanienreise Carl Justis begonnen, der gemeinhin als Entdecker Spaniens für die deutsche Kunstgeschichtsschreibung gilt. Meier-Graefe jedoch ist es zu verdanken, dass der Außenseiter El Greco (um 1541-1614) gegenüber dem Justi-Favoriten Velázquez maßgeblich aufgewertet wurde. Meier-Graefe rühmte den griechischstämmigen Künstler als Vorläufer der Moderne, insbesondere Cézannes, und etablierte ihn damit als neuen Leitstern der jungen deutschen Expressionisten. Diese Rezeption kann und muss im Kontext des Streits um die Moderne gelesen werden, der in Deutschland nicht nur eine « Querelle des anciens et des modernes » in der Auseinandersetzung mit den konservativen kaiserlichen Kunstvorstellungen war, sondern darüber hinaus ein Streit um die Bedeutung, die man der aktuellen französischen Kunst zumaß. Meier-Graefe brachte El Greco, den Alten Meister, als modernen Maler ins Spiel und feierte ihn als Ahnen sowohl deutscher als auch französischer Kunst.

Ein Beispiel für die fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Spanier sowie die Verzweigung der Rezeptionspfade ist der Blaue Reiter. Die Künstlergemeinschaft wurde 1911 in München gegründet, im Jahr der bedeutenden El-Greco Ausstellung der Sammlung Nemes in der Alten Pinakothek. Neuer Direktor in München war seit 1909 Hugo von Tschudi, der kurz zuvor die Berliner Nationalgalerie nicht zuletzt aufgrund des umfassenden Ankaufs französischer Kunst hatte verlassen müssen. Noch im Antrittsjahr erwarb er für die Münchner Sammlung El Grecos El Espolio. Die Gründung des Blauen Reiters fällt nicht zufällig in das Jahr, in dem der Streit mit dem öffentlichen Protest deutscher Künstler gegen den Kunstimport eskalierte. Der Almanach Der Blaue Reiter (1912) stellt in gewisser Weise auch eine Reaktion gegen diese Stellungnahme dar. Dieselben Künstler, Verfechter der internationalen Avantgarde, wendeten sich nicht nur der französischen Kunst, sondern auch El Greco zu : « Wir weisen gerne und mit Betonung auf den Fall Greco, weil die Glorifikation dieses grossen Meisters im engsten Zusammenhang mit dem Aufblühen unserer neuen Kunstideen steht. » (Franz Marc)

In der vom Referenten kuratierten Ausstellung « El Greco und die Moderne » im Museum Kunstpalast in Düsseldorf (2012) wurde das Werk El Grecos in einer gültigen Auswahl von über 40 Gemälden aus den bedeutendsten Museen weltweit vorgestellt und in einem Dialog mit Werken der frühen Moderne inszeniert. Die Ausstellung fokussierte auf die Auseinandersetzung der jungen Künstler mit der Malerei und der Bildwelt des spanischen Ausnahmemalers und eröffnete einen faszinierenden Einblick in den Kampf um die Moderne
 

 
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